Devisengeschäft

Ausländisches Buchgeld - Devisen - werden auf Devisenmärkten rund um die Uhr gehandelt. Nicht zu verwechseln sind Devisen mit Sorten, die ausländisches Bargeld darstellen.

Wechselkurse

Grundlage für den Devisenhandel ist der Wechselkurs. Dieser kann mengen- oder preisquotiert sein.
Im EURO-Raum wird standardmäßig "pro EUR", also mengenquotiert: 

"EUR/USD = 1,2295" bedeutet, dass 1 EUR dann 1,2295 USD gegenübersteht.

Der Wechselkurs (Foreign-Exchange, kurz "FX") wird in der Regel mit vier Nachkommastellen angegeben.

Devisenkassageschäft ("Spots")

Der Handel von Devisen findet in der Regel in Devisenkassageschäften statt. "Kassageschäfte" meinen hierbei Geschäfte, die zum tagaktuellen Kurs abgeschlossen werden und deren Valuta in der Regel nach 2 Handelstagen eintritt. Hierbei werden die Kurse beim Devisenankauf- und verkauf unterschieden:

  • Bid-Kurs bzw. Geld-Kurs
    (Kunde kauft Fremdwährung, Bank verkauft Fremdwährung)
  • Ask-Kurs bzw. Brief-Kurs
    (Kunde verkauft Fremdwährung, Bank kauft Fremdwährung)

Die beiden Kurse differenzieren um wenige Nachkommastellen voneinander, die die Bankenmarge ausmachen. Diese Differenz wird als Spread bezeichnet.

Daneben gibt es einen Mittelkurs, der einen Durchschnitt der beiden Kurse bildet. Dieser spielt beim Devisenhandel allerdings keine Rolle.

Cross Rates

Da der USD im Devisenmarkt als Leitwährung gilt, sind seine Quotierungen am liquidesten. So werden die meisten Wechselkursen im Verhältnis zum USD dargestellt. Wird nun der Wechselkurs zweier Währungen gegeneinander benötigt, können die Quotierungen zum USD bei der Ermittlung des Wechselkurses helfen.

Cross Rates: EUR/USD/GBP

Sollte der EUR/GBP Kurs nicht gegeben sein, so können hier die Quotierungen zum USD als Hilfestellung verwendet werden, um eine Konvertierung durchzuführen.

Devisentermingeschäft ("Forwards")

 Häufig werden im Außenhandel Zahlungsziele miteinander vereinbart, sodass ein bestimmter Geldbetrag an einem festgelegten Tag in der Zukunft gezahlt werden muss. Ist dies in einer Fremdwährung der Fall, so besteht ein Wechselkursrisiko, da Kursveränderungen unerwartete Risiken bedeuten.

Um sich in solchen Geschäften abzusichern, werden Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Hierbei wird spielt des Zinsumfeldes der beiden Währungen eine entscheidende Rolle, da zwischen den Märkten keine Arbitrage durch höhere Zinsniveaus in anderen Währungen stattfinden darf. Der Terminkurs wird  daher taggenau und unter Einbeziehung der Verzinsung beider Währungen berechnet.

Euro-Zins > Fremdwährungs-Zins

  Kassakurs > Terminkurs

Euro-Zins < Fremdwährungs-Zins   Kassakurs < Terminkurs

Die Berechnung des Terminkurses der Währungen W1/W2 erfolgt anhand einer Formel, die das Zinsniveau beider Währungen (iW1 und iW2) und die Laufzeit in Tagen (t) berücksichtigt. So kann anhand des Kassakurses (Spot-Kurs) ein Terminkurs ermittelt werden.

Devisen-Terminkurs Formel

Je nach gewählter Daycount-Convention findet act/360 (wie oben) oder act/365 Anwendung.

Beispielrechnung

Beispielrechnung Devisentermingeschäft

Devisenswaps

Ein Devisenswap besteht aus einem Kassageschäft und einem Termingeschäft, wodurch während der Laufzeit die Zinsdifferenz Erträge und Kosten generieren kann. Dieses Instrument dient somit zur Spekulation auf sich verändernde Zinsen.

Devisenswap